Gesund sein und gesund bleiben

Gesund sein und gesund bleiben

Ambulante Vorsorgeleistungen - finanziert durch die Krankenkassen.

 „Ich kann erst zum Arzt gehen, wenn ich wirklich krank bin, denn vorher werden die Kosten nicht übernommen!“ Diesen oder ähnliche Sätze hört man oft. Doch das ist ein Irrtum! Gesetzliche Krankenkassen finanzieren bereits bei drohenden Krankheiten Ihre Gesundheitsvorsorge in Form von ambulanten Vorsorgeleistungen.

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Stress, Überforderung, ein ungesunder Lebensstil oder Doppelbelastungen – auf Dauer kann all das im schlimmsten Fall zu einer Krankheit führen. Nehmen Sie die ersten Anzeichen einer drohenden Krankheit, wie andauernde Erschöpfungszustände oder Schlafstörungen deshalb unbedingt ernst. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und sorgen Sie vor.

Denn was viele nicht wissen: Versicherte haben grundsätzlich Anspruch auf eine ärztliche Behandlung und Versorgung. Notwendig ist dies nicht nur bei bereits bestehenden Krankheiten und Beschwerden, sondern auch um Krankheiten vorzubeugen (§ 23 Abs. 2 SGB V).

Was Sie zu ambulanten Vorsorgeleistungen wissen sollten

 

  • Was genau ist eine ambulante Vorsorgeleistung?

Eine ambulante Vorsorgeleistung dient der gesundheitlichen Vorsorge und wird durch die Krankenkassen finanziert. Sie können nicht nur zur Behandlung einer bestehenden Krankheit, sondern vor allem zur Krankheitsverhütung (Prävention) beantragt werden. Nach Absprache und Verordnung mit dem Hausarzt und nach Genehmigung durch die Krankenkasse quartiert sich der Patient selbst in einem staatlich anerkannten Kurort ein und erhält Kurbehandlungen in einem Gesundheits- oder Kurzentrum. Ambulante Vorsorgeleistungen werden grundsätzlich nur dann bezuschusst, wenn eine Behandlung durch Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmitteln nicht mehr ausreicht oder aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll ist.

  • Wann, wie und von wem wird eine ambulante Vorsorgeleistung verordnet?

Eine ambulante Vorsorgeleistung muss vom Arzt angeregt werden, damit sie bei der Krankenkasse beantragt und genehmigt werden kann.

Der Arzt bescheinigt dem Patienten die medizinische Notwendigkeit einer ambulanten Vorsorgemaßnahme. Gemeinsam mit ihm und seiner Krankenkasse wählt der Patient dann den staatlich anerkannten Kurort aus. Der Arzt füllt das Formblatt 23 (Anregung einer ambulanten Vorsorgeleistung in anerkannten Kurorten gem. § 23 Abs. 2 SGB V) aus, das der Patient beim zuständigen Kostenträger (i. d. R. Krankenkasse) einreicht. Nach Prüfung des Antrages erfolgt die Genehmigung durch die Krankenkasse.

  • Was und in welcher Höhe wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen 100 Prozent der Kurarztkosten und 90 Prozent der Heilmittel. Sie gewähren außerdem einen Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung in Höhe von bis zu 16 Euro pro Tag – für Kleinkinder sogar bis zu 25 Euro pro Tag.

Der Kostenanteil des Patienten beträgt 10 Euro pro Verordnung/Rezept sowie 10 Prozent der Heilmittel.

(Stand: Zuletzt geändert durch Art. 5 G v. 19.12.2016 I 2986 Hinweis: Änderung durch Art. 13 G v. 23.12.2016 I 3191 (Nr. 65) textlich nachgewiesen, dokumentarisch noch nicht abschließend bearbeitet Änderung durch Art. 6 G v. 23.12.2016 I 3234 (Nr. 66) noch nicht berücksichtigt

Änderung durch Art. 1 G v. 21.02.2017 I 265 (Nr. 8) noch nicht berücksichtigt)

  • Bin ich während der ambulanten Vorsorgemaßnahmen krankgeschrieben?

Während der ambulanten Kur gilt man als arbeitsfähig und wird somit nicht krankgeschrieben. In der Regel ist es deshalb erforderlich, für die ambulante Kur Urlaubstage einzusetzen. Eine Ausnahme gibt es: (Text folgt von Dr. Naumann)

  • Können auch Kinder eine ambulante Vorsorgeleistung in Anspruch nehmen?

Ja, auch für Kinder ist eine ambulante Vorsorgeleistung möglich, damit sie sich gesundheitlich gut entwickeln. Wenn nötig kann das Kind am Kurort auch spezielle Anwendungen erhalten.

  • Was sind meine Vorteile als Patient?

+ Das frühzeitige Erkennen von drohenden Krankheiten und die gesundheitliche Vorsorge schützen Sie vor Krankheiten und deren finanziellen Folgen.

+ Sie bleiben fit und gesund.

+ Sie haben keine finanziellen Aufwendungen durch eine ambulante Vorsorgemaßnahme

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Anzeichen einer drohenden Krankheit:

- Andauernde Schlafstörungen

- Physische und psychische Erschöpfungszustände

- Ungewollte extreme Gewichtszu- oder -abnahmen

- Extreme Stimmungsschwankungen

- Unruhezustände

 

 

Hier Formblatt 23 zum Antrag für Ambulante Vorsorgemaßnahme herunterladen.

 

So einfach können Sie Ihre ambulante Vorsorgeleistung in Anspruch nehmen!

 

+ Ihr Hausarzt bescheinigt Ihnen die medizinische Notwendigkeit einer ambulanten Vorsorgemaßnahme. Er unterstützt Sie bei der Auswahl eines Kurorts und beim Ausfüllen des Antrags.(Link zum Antragsformular)

+ Sie reichen den Antrag bei Ihrer Krankenkasse ein.

+ Die Krankenkasse prüft den Antrag. Im Falle einer Ablehnung sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Gegen eine Ablehnung kann Widerspruch eingelegt werden.

+ Nach Genehmigung Ihres Antrags erhalten Sie eine schriftliche Benachrichtigung und die Kostenübernahmebescheinigungen.