Alleinsein bitte nur in Teilzeit

Paar im Bademantel im Wasser Therme und Erholung
Paar im Bademantel im Wasser Therme und Erholung

Zugegeben, es gibt Dinge, bei denen wollen wir keine Gesellschaft! Ein wonnevolles Bad bei Kerzenschein, zum Beispiel. Ein ganzer Tag mit einem guten Buch. Die ungeteilte Stille des Waldes bei einem ausgiebigen Spaziergang. All das schenkt uns Kraft, lässt uns fühlen, wer wir sind. Niemandem käme es in den Sinn, diese Ungestörtheit als Einsamkeit zu bezeichnen.

Denn der Unterschied ist ein gewaltiger. Ungestörtheit entpuppt sich zuweilen als sehr gesunde Abwechslung. Einsamkeit aber macht krank. Der Dichter und Philosoph Michel de Montaigne (1533–1592) hat es bereits in den Zeiten der Renaissance beobachtet:

„Es scheint, dass uns die Natur vorzugsweise zur Geselligkeit bestimmt habe.“

Und amerikanische Wissenschaftler haben es nun bestätigt: Einsamkeit ist ein gesundheitlicher Risikofaktor, in Zahlen ausgedrückt genauso schädlich wie 15 Zigaretten am Tag.

Während großangelegte Gesundheitskampagnen die Fettleibigkeit aus der Welt schaffen möchten, die letztlich viel weniger riskant ist als soziale Isolation, fühlen sich viele Menschen buchstäblich allein gelassen. Dabei muss nicht jeder, der allein lebt, gleich einsam sein. Die Welt ist voller aufgeschlossener Menschen mit verwandten Interessen, die keineswegs zufällig auf der Suche nach Gleichgesinnten sind. Gerade ein Urlaub bietet unzählige Gelegenheiten, diese Gleichgesinnten kennenzulernen: Film, Theater, gutes Essen, Musik, Naturgenuss auf Wanderungen und Fahrradtouren. Schließlich haben sich viele Destinationen und Gastgeber auf genau diese „Gruppendynamik“ spezialisiert.